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Evangelische Kirchengemeinde Hirzenhain

Porträt / Rundgang

„Ich lebe und ihr sollt auch leben!“ (Joh 14.19)




Jeder ist eine Blüte


Sie stand im Garten inmitten von gelben, roten und blauen Blumen - es waren alle Farben vorhanden. Doch sie meinte, eine besondere Blume zu sein. Schon im Frühjahr beschloss sie, auf keinen Fall zu früh zu blühen. Sie konnte ja einem Spätfrost zum Opfer fallen und sie wollte nichts riskieren.
Und sie fühlte sich bestätigt, als viele ihrer Mitblumen wirklich einmal einen Nachtfrost nicht überstanden. Traurig sahen sie aus, die Opfer.
Im Mai und Juni jedoch erblühte eine Blume nach der anderen in voller Pracht und verströmten ihren Duft. Nur diese eine Blume stand noch trotzig in ihrer Knospe und weigerte sich ihre Blütenblätter zu öffnen. Immerhin könnte ein kräftiger Sommerregen ihre Blütenblätter abschlagen. Oder sie könnte in einer Blumenvase landen. Niemand pflückt Knospen, dachte síe, und kam sich sehr klug und vernünftig vor.
Allerdings bewunderte sie heimlich die Pracht und den Duft der anderen. Tief in ihrem Blumenherzen fühlte sie, dass sie gerne mitblühen wollte. Doch was würden die anderen denken, wenn sie vielleicht weniger schön wäre? Vielleicht würde sie als Blüte sogar versagen! So wurde sie immer ratloser, was sie tun sollte. Schließlich wurde es Ende August und sie war inzwischen schon eine recht traurige Knospe. Und dann, an einem schönen Septembermorgen, traute sie sich und arbeitete sich aus ihrer inzwischen recht harten Schale hervor. Sie wurde eine wunderschöne Blüte und erntete viel Bewunderung. Am meisten freute sie sich aber, dass sie endlich den Mut zum Blühen gefunden hatte. Sie ließ ihre Farbe weithin leuchten, spielte mit Wind und Sonne und war einfach glücklich. (nach Kristiane Allert-Wybranietz)
Vielleicht ist jetzt die Zeit, lange Geplantes endlich in die Tat umzusetzen. Etwas Neues auszuprobieren, ohne danach zu fragen, was die anderen denken. Oder nach der eigenen Farbe zu schauen und sich zu fragen, was ist es, was ich jetzt am liebsten möchte.
Es wird gut sein, im Licht Gottes zu blühen. Ohne Anstrengung, einfach in der Gewissheit: Das Aufblühen und Blühen liegt als Gottes Kraft in uns.



Ihre Pfarrerin Kerstin Hillgärtner