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Evangelische Kirchengemeinde Hirzenhain


Der Lettner: Madern Gerthener

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Das Blendmaßwerk des LETTNERS mit den Augen zu durchwandern, bietet während der Stunde des Abschieds von einem geliebten Menschen sehr viel Trost und sehr viel Freude während eines Konzerts. Wie Musik singen die Kreisbögen das ewige Lied, schlagen Volten, nehmen ein Thema auf, kreisen es ein, leiten es weiter oder in sich zurück, brechen ab, überspringen und fangen von vorn wieder an.

Aus der Werkstatt des Madern Gerthener kamen der Henn von Irlebach, Gerhardt Becker, Peter Wale und all die Anderen, deren Namen wir nicht mehr kennen. „Denn siehe, alles war gut!“ Das sagte sich auch entzückt der Johann Eygenbroth und trat, nach getaner Arbeit in die Bruderschaft des Liebfrauenstifts ein.

Die Medaillons in den Bogenzwickeln des Lettners erzählen Mariens Leben bis zu dem Moment, wo die Hoffnung sich erneuert durch uns, sobald wir uns in das Ganze versenken. Sie erzählen von den Büchern in Marias Bücherstube und der Verheißung, dein Leben wird göttlich. Dann fügt sie sich in die Erkenntnis dessen, was ist und daß das, was kommt, auch tatsächlich kommt. Bespricht bei der Begegnung mit ihrer Base Elisabeth die Furcht, das Zittern und die freudige Erwartung der Schwangeren und die Hoffnung auf Sohn. Dann die Geburt, und selbst Ochs und Esel finden DAS KIND göttlich und beten es an voller Andacht. Während Eltern ihre Sterblichkeit bereits fühlen, will der Säugling nichts anderes als in sein eigenes Leben hineinwachsen. Um dieses Glück zu retten, nehmen Maria und Josef den geduldigen und verläßlichen Esel mit als ihr Transportmittel, fliehen und finden in Ägypten Asyl. Das letzte Rundbild dieses Lettners endet mit der Hirschkuh und Ihren Kälbern, endet mit der Gründungslegende der Wallfahrtskapelle 1357. Inmitten von Wiesen, in einem Hain, inmitten einer Idylle äsen sie am Bachlauf der Nidder.

Auch der Augustinus glaubt, daß das Kind an sich ein göttliches Wesen ist, so sehr, daß da ein kleiner Mönch kniet, ziemlich genau Tausend Jahre später, in Bundsandstein gemeißelt. Er wirbt dafür, daß es sich um des Seelenheils willen lohnt, in das Liebfrauenstift der Augustiner einzutreten. Er war ein nicht nur geistlicher, sondern auch geistiger Orden, der Bücher verfaßte und unterrichtete.

Die Erzählung in den Medaillons springt, während wir da schauen, in den Bänken sitzen, uns schneuzen, verstohlen Tränen wischen oder frohlocken & oh, Du Heiliger Bimbam, auf uns über. So schließt sich der Kreis im Hier, Jetzt und Heute bei uns.

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.Der Lettner: Kuene van der Hallen



Text: Christiane Kaiser
Fotos: Walter von Rüden

8.12.2011